Wir fördern die Gesundheit – Unsere Bildungsziele 3/3
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Was bedeutet es, gesund zu sein?
Gesundheit. Das Wort klingt oft nach Arztpraxis, nach Ernährungsplänen, nach dem schlechten Gewissen, wenn man nicht drei Mal pro Woche zum Sport gegangen ist. Es klingt nach einem Zustand, den man entweder hat oder nicht hat. Nach etwas, das man optimieren kann, wenn man nur diszipliniert genug ist.
So verstehen wir Gesundheit nicht.
Für uns ist Gesundheit eine Richtung, ein fortlaufender Prozess, der sich ständig verändert, der Aufmerksamkeit braucht und der weit über den Körper hinausgeht. Deshalb ist eines unserer drei Bildungsziele: Wir fördern die Gesundheit.
Bewusst, kompetent und frei bewegen
Körperliche Gesundheit bedeutet für uns nicht, einen bestimmten Körperfettanteil zu haben oder eine bestimmte Leistung zu erreichen. Es geht um die Fähigkeit, sich in Alltag und Freizeit bewusst, kompetent und frei zu bewegen. Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Balance als Grundlage dafür, mit dem eigenen Körper wirklich leben zu können. Wir wollen Erlebnisse ermöglichen, die sonst verloren gehen würden. Von dem einen Sprung den man endlich geschafft hat, bis zum Fangen-Spielen mit den Enkeln.
Alle unsere Trainings decken körperliche Gesundheit ganzheitlich ab. Wir steigen mit Erwärmung und Mobilisation ins Training ein. Verletzungsprophylaxe und Erweiterung der eigenen Möglichkeiten in einem. Gerade die Mobilisation ist dabei ein wichtiger Ausgleich zum oft sitzenden Alltag unsere Schüler:innen.
Balance und Körpergefühl werden mit Techniken und Fokusaufgaben geschult. Jeder auf seinem Level, egal ob alter Hase oder gerade neu dabei. Den Abschluss bildet immer ein gemeinsames Krafttraining. Dabei geht es nicht um Bodybuilding und Optimierung sondern darum die Grundlagen zu schaffen neue Bewegungen zu ermöglichen und verletzungsfrei zu bleiben. Ein starker Körper bringt auch Sicherheit und Selbstvertrauen. Wer sich schonmal durch ein hartes Krafttraining gekämpft hat weiß was es heißt dran zu bleiben und nicht aufzugeben.
Gedanken formen Handlungen
Unsere Gedanken bestimmen, wer wir sind und wie wir handeln. Das klingt wie ein Zitat aus einem Motivationsbuch – im Training wird es jedoch schnell sehr konkret.
Wer innerlich aufgewühlt ist, trifft schlechtere Entscheidungen. Wer von aussen getrieben wird, läuft an seinen eigenen Grenzen vorbei, ohne sie zu bemerken. Wer nicht gelernt hat, einen Moment innezuhalten, handelt impulsiv, wo Geduld gefragt wäre. Deswegen fördern wir Konzentration, innere Ruhe und eine klare Selbstwahrnehmung – nicht als separate Übung, sondern als Teil jedes Trainings.
Deswegen sind der Fokusteil und die Feedbackrunden Teil unseres Trainings. Im Fokusteil geht es nach der Erwärmung darum mit Konzentrationsaufgaben auf mit dem Kopf im Training anzukommen. Es ist ein Check-In: Wie geht es mir heute? Wie konzentriert bin ich? Danach richtet sich auch wie anspruchsvoll ich den Rest des Trainings angehe.
Feedback ist Teil jedes Trainings. Das was in unseren Anfängen oft über längere Zeiträume intuitiv passiert ist holen wir aktiv in den Vordergrund. Es geht um die Reflexion des Erlebten. Was habe ich gelernt? Was hat diese Übung in mir ausgelöst? Wie habe ich mich heute weiterentwickelt. Erlebnisse werden geteilt und gemeinsam ausgewertet um voneinander und miteinander zu lernen.
Für einander da sein
Soziale Gesundheit ist manchmal schwer greifbar, jedoch im Training schnell erlebbar. Das Gefühl der Zugehörigkeit, Empathie für andere, ein starkes und unterstützendes Miteinander: Das sind keine schönen Nebeneffekte des Trainings. Es sind Ziele, auf die wir aktiv hinarbeiten.
Wir trainieren immer gemeinsam. Obwohl man jeden Sprung am Ende selbst springen muss, fördert die Gemeinschaft das Wachstum ungemein. Sie motiviert, wenn man mal einen schlechten Tag hat, feiert die Erfolge und macht einige Herausforderungen erst möglich.
Gerade in einer immer digitaleren Welt sind die gemeinsamen Erlebnisse im Training wichtig als Ausgleich. Sie sind echt, greifbar und bleiben in Erinnerung. Man sieht, dass Unterstützung nicht nur ein Wort ist und jeder willkommen ist.
Diese Momente entstehen nicht von selbst. Sie entstehen, weil wir als Team bewusst Möglichkeiten schaffen, in denen sie möglich sind. Und weil unsere Schüler:innen im Laufe der Zeit selbst diese Haltung zu tragen. Weil sie erfahren haben, was es bedeutet, wenn jemand für einen da ist.
Unsere Verantwortung
Für uns im Team bedeutet Gesundheitsförderung eine Verantwortung, die über das reine Bewegungscoaching hinausgeht. Wir fördern nicht nur körperliche Leistungsfähigkeit – wir nehmen alle drei Dimensionen in den Blick. Das verlangt Aufmerksamkeit: Wie geht es jemandem heute wirklich? Ist jemand still, der sonst nicht still ist? Zieht sich jemand zurück, der sonst dabei ist? Diese Fragen gehören zum Coaching genauso wie die Frage nach der richtigen Technik.
Für unsere Schüler:innen bedeutet es, dass sie nicht nur lernen zu bewegen, sondern lernen, auf sich selbst zu achten. Den eigenen Körper zu kennen, die eigene innere Verfassung wahrzunehmen und zu erleben, was es bedeutet, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Parkour ist dabei das Werkzeug – das Mittel, durch das alle drei Dimensionen von Gesundheit erfahren werden.
ONE for all – All for ONE
Text von Jonas Jung
Bilder von Minh Vu Ngoc & Pierre Biege
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