WIR ENTFALTEN POTENTIALE – UNSERER BILDUNGSZIELE 1/3
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Wir entfalten Potentiale – Was steckt in dir, das du selbst noch nicht siehst?
Wer das erste Mal zu uns ins Training kommt, bringt meistens eine vorgefertigte Vorstellung davon mit, was man kann und was nicht. «Ich bin nicht sportlich.» «Ich war noch nie gut in sowas.» «Das schaffe ich eh nicht.» Diese Sätze hören wir oft, fast wie eine Entschuldigung im Voraus.
Und dann steht da plötzlich jemand auf einer Mauer, die auf den ersten Blick als zu hoch abgetan wurde. Nicht weil wir ihn überredet haben. Sondern weil er selbst entschieden hat, es zu versuchen, dran geblieben ist – und es geschafft hat.
Genau darum geht es beim ersten unserer drei Bildungsziele: Wir entfalten Potentiale.
Was bedeutet «Potentiale entfalten» für uns?
Wir unterstützen Menschen dabei, ihr Potential zu entfalten und ihre Ziele zu erreichen – indem sie stark, selbstbewusst und resilient werden. Das bedeutet für uns, Menschen zu befähigen, ihre Stärken auszubauen, eigene Ziele zu verfolgen und das freizusetzen, was in ihnen steckt.
Das klingt zunächst gross und abstrakt. Im Training wird es aber sehr konkret: ein Sprung, der nach Wochen endlich gelingt. Eine Person, die sich traut, vor der Gruppe etwas vorzumachen. Ein Ziel, das jemand sich selbst gesetzt hat – und das er Schritt für Schritt verfolgt, bis es erreicht ist.
Potential ist etwas, das jeder mitbringt und nur entdeckt werden muss. Es ist etwas, das durch Training, Begleitung und die richtigen Herausforderungen sichtbar und nutzbar wird.
Jeder hat Stärken!
In unseren Angeboten geben wir Strategien und Fähigkeiten weiter, damit jeder seinen eigenen Weg finden und gehen kann. Denn jede Person bringt unterschiedliche Fähigkeiten mit – Stärken wie Schwächen. Diese wollen wir realistisch einschätzen und uns anhand dessen weiterentwickeln.
Realistisch heisst: weder schönfärben noch kleinreden. Wer aussergewöhnlich kreativ in seinen Bewegung ist, soll genau das weiterentwickeln können. Wer ungewöhnlich diszipliniert trainiert, soll merken, dass genau diese Eigenschaft einen eigenen Wert hat, unabhängig davon, wie hoch der nächste Sprung gerade ist.
Es geht nicht darum, alle auf denselben Stand zu bringen und eine bestimmte Leistung zu erbringen. Es geht darum, von dort weiterzugehen, wo jemand wirklich steht – mit den Stärken, die schon da sind, und an den Stellen, die noch wachsen dürfen.
Entfaltung braucht Raum
Potential entfaltet sich nicht durch Zusehen. Es braucht Räume und eine Gemeinschaft, in denen Menschen Neues ausprobieren, es anpassen und es wieder versuchen können – ohne Druck, aber mit echten Anforderungen. Wir schaffen solche Lernräume in unseren Trainings zum Beispiel durch offene Trainingsformen, individuelle Zielsetzung und eigenständiges Entdecken.
In offenen Trainingsformen entscheiden Teilnehmende selbst, an welcher Technik sie arbeiten, wie lange und mit welchem Fokus – es gibt keine starre Reihenfolge, die für alle gleich passen muss.
Bei der individuellen Zielsetzung sprechen wir mit Schüler:innen darüber, was sie konkret erreichen wollen – ein bestimmter Sprung, mehr Selbstvertrauen vor der Gruppe, eine saubere Landung. Diese Ziele kommen von ihnen, nicht von uns.
Beim eigenständigen Entdecken geben wir bewusst nicht sofort die «richtige» Lösung vor. Wir lassen Raum, damit Teilnehmende selbst Lösungswege finden – auch wenn der erste Versuch nicht der eleganteste ist und der Lösungsweg manchmal ein anderer als wir als Coaches uns vorgestellt hatten.
In all diesen Situationen passiert etwas Entscheidendes: Menschen merken selbst, was sie können. Nicht weil wir es ihnen sagen, sondern weil sie es erleben.
Das kann ich NOCH nicht
Für uns bedeutet dieses Bildungsziel genau hinzusehen. Wo steht diese Person gerade wirklich – nicht wo «sollte» sie stehen? Es bedeutet Geduld mit Prozessen, die nicht linear verlaufen, und die Bereitschaft, eigene Annahmen immer wieder zu hinterfragen. Manchmal unterschätzen wir jemanden. Manchmal überschätzen wir, wie schnell etwas gehen sollte.
Auch im Training selbst zeigt sich das Ziel sehr direkt. Niemand muss von Anfang an «gut» sein. Niemand wird mit anderen verglichen, um zu bestimmen, wo man steht. Stattdessen geht es um die eigene Entwicklung – ausgehend vom eigenen Punkt, in die eigene Richtung, im eigenen Tempo.
Wer einmal erlebt hat, wie sich eine Fähigkeit Schritt für Schritt aufbaut, wie aus «Das kann ich nicht» ein «Das konnte ich noch nicht» wird, nimmt diese Erfahrung mit. Über das Training hinaus. Sodass es immer ein «Das kann ich noch nicht, aber ich will daran arbeiten» wird.
Wie auch in unseren Klassen wollen wir unsere Teams entsprechend der eigenen Stärken weiterentwickeln. Unsere Coaches bekommen das Handwerkszeug, um sich selbst, ihre Stärken und persönlichen Erfahrungen ins Training einzubringen und damit die Gemeinschaft zu bereichern.
Der eine erklärte gern mehr und geht in die philosophische Tiefe, jemand anderes gibt mehr Freiheiten und legt Wert auf Erkundung und Ausprobieren. So trägt jedes Training die Handschrift der Coaches.
Gemeinsam ergänzen wir uns gegenseitig und kommen als Gemeinschaft – Als ParkourONE – weiter, als es jeder von uns einzeln gekonnt hätte.
ONE for all – All for ONE
Text von Jonas Jung
Bilder von Pierre Biege
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