Magazin: Witterungsprognose 2015

„Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist in diesem Jahr mit trockenen, nassen und frostigen Witterungsbedingungen zu rechnen.“

Da Wetterprognosen nicht immer zutreffen und man für jedes Wetter gewabnet sein muss, hat Max für euch einige Vor- und Nachteile beim Training unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen beleuchtet. Einige Risiken aber auch Chancen und Möglichkeiten des Trainings bei Kälte, Nässe oder Trockenheit werden thematisiert. Da Parkour nach unserem Verständnis draussen trainiert wird, gibt es kein schlechtes Parkour-Wetter – es gibt nur unangepasste Techniken, schlechte Kleidung und der innere Schweinehund, der einem daran hindert, bei Kälte, Schnee oder Regen draussen zu trainieren.

Frost – Nässe – Trockenheit
Diese drei Witterungen können das Training am ehesten beeinflussen, darum wurden diese drei etwas eingehender thematisiert. Andere Wettererscheinungen wie Wind, Luftfeuchte, Temperatur etc. werden im Rahmen dieses kleinen Berichtes ausser Acht gelassen.

frost

Frost:
Die Witterung „Frost“ bezeichnet alle Wetterlagen mit einer Temperatur nahe dem Gefrierpunkt oder darunter. Dies hat zur Folge, dass Materialien und Flächen wie Mauern, Stangen etc. mit einer Eis- und/oder auch Schneeschicht bedeckt sein können.
Die adäquate Anpassung des eigenen Trainings auf die Witterung „Frost“ ist im Vergleich zu Trockenheit oder Nässe am größten, da das Abrutsch- bzw. Verletzungsrisiko hier am höchsten sein kann.
Deswegen empfiehlt es sich bei Frost das Parkourtraining auf Basistechniken zu beschränken, um vermehrt Repetitionen von Techniken und Bewegungsabläufen zu trainieren. „Bei Nässe merkt man, ob die Technik sitzt“ lautet ein gern gehörter Parkourleitsatz – der natürlich auch bei Frost seine Bedeutung nicht verliert.
Ebenfalls empfehlenswert ist parkourbezogenes Krafttraining, da bei diesem zumeist auch auf größere Sprünge und Ähnliches verzichtet wird. Eine gute Möglichkeit bieten die vielerorts stattfindenden Hell Nights. (Augsburg, Berlin, Hamburg, Kiel, Köln, Schweiz)
Wichtig beim frostigen Parkourtraining ist die Überprüfung der zu nutzenden Oberflächen, insbesondere der eis- und/oder schneebedeckten Stellen, um Verletzungen vorzubeugen.
Ein Vorteil des Trainings unter „Frost“ ist, dass man sich vermehrt einzelnen Techniken oder kleinen Herausforderungen widmen kann. Das spielerische Einbinden von gefrorenen Flächen oder Schnee in die eigenen Trainings schulen die Kreativität, Selbsteinschätzung und können einem herausfordernde und lustige Trainings bescheren, die einem lange in guter Erinnerung bleiben werden.

 

nass

Nässe:
Nässe beschreibt die Wetterlagen bei denen es regnet, kürzlich geregnet hat oder allgemeine Feuchte herrscht, wie beispielsweise bei Morgentau. Dies bedeutet, dass die Oberflächen des Bodens, der Mauern und Stangen nass oder feucht sind.
Das Training sollte bei diesen Witterungsbedingungen dem Nässegrad angepasst werden, da die Rutschgefahr durch Nässe und Feuchte auf einigen Materialien extrem steigen kann (z.B. bei Metallstangen oder Holz).
Aufgrund dessen empfiehlt es sich schwierige Techniken unter Umständen auszulassen. Dies liegt dann im eigenen Ermessen des Traceurs und seiner Selbsteinschätzung der möglichen Gefahr und des eigenen Könnens. Natürlich gilt auch hier der Leitsatz „Bei Nässe merkt man, ob die Technik sitzt“. Die äußeren Umstände erschweren das Training und müssen an die inneren (eigenen) Vorraussetzungen angepasst werden – wie beispielsweise bei einem gewöhnlichen Stangenpräzisionssprung: Die Stangen sind beide nass (äußerer Umstand), wodurch die Rutschgefahr erhöht wird. Das Risiko zu stürzen kann infolgedessen durch die eigene richtige(!) Selbsteinschätzung bei der Entscheidung zu springen, durch die geeignete Absprung- sowie Landetechnik ausgeglichen werden. Zur Selbsteinschätzung gehört natürlich auch, sagen zu können, dass ein Sprung unter diesen Witterungsbedingungen nicht sicher durchgeführt werden kann und daher nicht ausgeführt wird.
Allgemein empfiehlt es sich auch hier, den Trainingsort im Vorneherein auf Nässe zu überprüfen und das Training in der Folge anzupassen.
Ein Vorteil von Nässe ist, dass man die Chance hat, seine Selbsteinschätzung gegenüber den verschiedenen „Nässegraden“ anzupassen, wodurch sie deutlich verbessert werden kann.

 

trocken

Trockenheit:
Die Witterung „Trocken“ bezeichnet eine Wetterlage, die durch Sonnenschein, aber auch durch wolkenverdeckten Himmel geprägt sein kann. Wesentlich ist, dass die Flächen und Materialien wie Mauern, Stangen etc. trocken und damit weitgehend rutschfest sind.
Dies führt dazu, dass sich das Training frei gestalten lässt und auch schwierige Techniken, wie knifflige Präzisions- oder Katzensprünge, Schwinger oder Demitours ausgeführt werden können, da die Gefahr durch äußere, witterungsbedingte Faktoren zu stürzen minimal ist.
Ein wesentlicher Vorteil des Trainings unter dieser Witterungsbedingung ist, dass man sein volles Bewegungspotential nutzen kann, ohne dabei durch die äußeren Umstände eingeschränkt zu werden. Dies kann aber auch dazu verleiten, dass man sich eher überschätzt, als im Winter, wo man durch die äusseren Faktoren möglicherweise konzentierter an die Hindernisse heran tritt. Dadurch, dass alles trocken ist, kann der Traceur schnell dazu verleitet werden, Bewegungen auszuführen, die für ihn (noch) nicht geeignet sind. Wer jedoch kein „Schönwettertraceur“ ist, kann im Winter die Chance nutzen, seine Selbsteinschätzung zu schulen, was ihm bei trockenen Witterungsbedingungen von Vorteil sein kann.

In dem Sinne wünschen wir mit dieser Witterungsprognose fürs 2015  zahlreiche nasse, gefrorene und trockene Trainings, wodurch ihr euch fordern und an euren Aufgaben wachsen könnt.

Train hard, take care – euer Magazin-Team

ParkourONE ParkourONE
Responsive Menu Clicked Image